In Europa haben Stellantis, Ford und Nissan Partnerschaften mit chinesischen Herstellern geschlossen, um Fahrzeuge zu produzieren
- Angesichts von Überkapazitäten in ihren europäischen Werken infolge des Abschwungs am europäischen Markt und des Drucks chinesischer Automobilhersteller haben Stellantis, Ford und Nissan beschlossen, chinesische Automobilhersteller mit offenen Armen zu empfangen und ihnen Zugang zu ihren eigenen europäischen Werken zu gewähren. Diese Strategie, die die gemeinsame Nutzung eines Industriestandorts der Schließung vorzieht, ermöglicht Folgendes:
1. an die europäischen Automobilhersteller, ihr derzeit überdimensioniertes europäisches Industriewerkzeug optimal zu nutzen.
2. um chinesischen Autoherstellern zu ermöglichen, ihre Modelle in Europa zu produzieren und zu verkaufen, ohne der europäischen Zusatzsteuer auf in China produzierte Fahrzeuge unterliegen zu müssen.
- Stellantis gehörte zu den ersten Herstellern, die diese Strategie verfolgten und bekannt gaben, dass das chinesische Unternehmen Leapmotor Fahrzeuge im Stellantis-Werk in Saragossa, Spanien, produzieren würde. Berichten zufolge erwägt Stellantis nun den Verkauf seines Werks in Villaverde, Spanien, an den chinesischen Automobilhersteller, um dort eigene Fahrzeuge zu produzieren und die Citroën-Modelle C4 und C4X zu ersetzen. Schließlich ist für 2028 die Markteinführung eines neuen Opel-Modells auf Basis eines Leapmotor-Modells geplant, das ebenfalls in Saragossa gefertigt werden soll.
- Ford verhandelt seinerseits mit dem chinesischen Unternehmen Geely über den Verkauf eines Teils seines Werks in Valencia. Dort wird derzeit der Ford Kuga SUV produziert, doch herrscht nach der Einstellung der Produktion von Ford Mondeo, Galaxy, S-Max und Connect eine erhebliche Überkapazität. Möglicherweise wird sogar ein neuer Ford SUV auf Basis eines Geely-Modells als Nachfolger des Kuga auf den Markt gebracht.
- Nissan hat kürzlich bekannt gegeben, dass Chery ab 2027 mehrere seiner Modelle in seinem unterausgelasteten britischen Werk in Sunderland produzieren wird.
