• Der Pariser Autosalon 2026 findet vom 12. bis 18. Oktober 2026 statt, innerhalb eines wichtigen Kontexts für die europäische Automobilindustrie. Sie wird alle zwei Jahre im Wechsel mit der IAA Mobility in München veranstaltet und ist in diesem Jahr ein Schlüsselereignis, um die Entwicklungen der Branche und die laufenden Veränderungen auf dem globalen Automobilmarkt zu verstehen.
• Die Nachfrage in Europa liegt weiterhin unter dem Niveau vor der Pandemie und hat die erwarteten Werte noch nicht wieder erreicht. Gleichzeitig sehen sich die Automobilhersteller einem zunehmend schwierigen internationalen Umfeld gegenüber. Einige Exportmärkte schließen sich aufgrund protektionistischer Maßnahmen, insbesondere in den Vereinigten Staaten. Auch in China stehen europäische Automobilhersteller im harten Wettbewerb mit lokalen Herstellern und sehen sich wachsenden Herausforderungen im Wettbewerb ausgesetzt.
• Einige Märkte bieten der europäischen Industrie jedoch neue Exportmöglichkeiten. Brasilien und Indien könnten, insbesondere dank neuer Freihandelsabkommen, Wachstumstreiber für europäische Automobilhersteller und Zulieferer sein. Es wird jedoch nicht erwartet, dass diese Märkte den Rückgang in bestimmten Schlüsselmärkten, insbesondere in China, kurzfristig vollständig ausgleichen können.
• Die gute Nachricht: Der Absatz von Elektro- und elektrifizierten Fahrzeugen steigt in Europa. Dieser Wandel muss unterstützt und beschleunigt werden, um die europäischen Ziele für 2035 zu erreichen. Zu den wichtigsten Herausforderungen zählen die Fahrzeugpreise, die Verfügbarkeit für Verbraucher und der Ausbau des Ladenetzes. Dies sind weiterhin wichtige Themen.
• In diesem Kontext stellt die Ankunft und das Wachstum chinesischer Automobilhersteller in Europa einen bedeutenden Wandel für die Branche dar. Ihre Präsenz beschränkt sich nicht mehr nur auf den Fahrzeugverkauf. Sie erwägen oder errichten zunehmend Produktionsstätten in Europa, wobei sie verschiedene Optionen verfolgen: den Bau neuer Werke, die Übernahme bestehender oder die Nutzung bereits vorhandener Produktionskapazitäten. Diese Entwicklung wirft mehrere Fragen für die europäische Industrie auf, insbesondere hinsichtlich der Beziehungen zu europäischen und chinesischen Zulieferern, der Organisation der Lieferketten und des Anteils lokaler Produktion.
• Inovev prognostiziert einen weiteren Anstieg der Präsenz chinesischer Autohersteller in Europa. Im optimistischsten Szenario soll die Produktionskapazität bis 2030 1,2 Millionen Fahrzeuge erreichen. Dies bedeutet jedoch keine „Invasion“ Europas durch chinesische Autohersteller. Ihr Marktanteil wird sicherlich wachsen, insbesondere aufgrund der Neuartigkeit der angebotenen Marken und Modelle. Die europäische Automobilindustrie verfügt jedoch über starke Vorteile: technologisches Know-how, eine starke und beständige Präsenz bei den Verbrauchern sowie die Fähigkeit, immer erschwinglichere Fahrzeuge anzubieten. Der Kampf ist für chinesische Autohersteller daher noch lange nicht gewonnen.
Ein Pariser Autosalon, der diese Veränderungen widerspiegelt:
• In diesem Kontext gewinnt der Pariser Autosalon 2026 besondere Bedeutung. Die Anzahl und Vielfalt der angekündigten Marken verdeutlichen die laufenden Veränderungen in der Automobilindustrie, insbesondere in Europa.
Die Messe vereint zahlreiche europäische Automobilhersteller sowie eine beträchtliche Anzahl chinesischer, japanischer, amerikanischer und koreanischer Marken.
• Folgende Automarken werden vertreten sein:
- Europäische Marken: AIXAM, ALFA ROMEO, ALPINE, AUDI, CITROEN, CUPRA, DACIA, DS AUTOMOBILES, FIAT, KILOW, LANCIA, MERCEDES, OPEL, PEUGEOT, RENAULT, SKODA, SMART, VOLKSWAGEN, VOLVO
- Chinesische Marken: AITO, BYD, CHANGAN, CHERY, DENZA, FORTHING, GAC, GEELY, JAECOO, LEAPMOTOR, LI AUTO, LINKTOUR, LYNK & CO, MAXUS, MG, OMODA, XPENG, ZEEKR
- Japanische Marken: TOYOTA, HONDA
- Amerikanische Marken : FORD, LUCID, TESLA
- Koreanische Marken: HYUNDAI, KIA
• Mehrere interessante, insbesondere neue Modelle wurden bereits angekündigt: Alpine, Mercedes, Volvo, Dacia, Zeekr, Omoda, Jaecoo und diverse chinesische Marken werden voraussichtlich Modelle als Europapremieren präsentieren. So kündigt Zeekr beispielsweise zwei brandneue Modelle an, und Omoda und Jaecoo stellen mehrere neue Modelle vor, die in Frankreich Premiere feiern.
• Allerdings werden nicht alle großen Marken vertreten sein: Es wurden einige bedeutende Abwesenheiten festgestellt, beispielsweise die von BMW.
• Im Vergleich zur IAA 2025 hat sich die Anzahl der auf dem Pariser Autosalon vertretenen Marken um 50 % erhöht (44 statt 29). Insbesondere chinesische Marken sind in Paris stärker vertreten als in München: 18 gegenüber 12. Bemerkenswert ist auch die Teilnahme der japanischen Automobilhersteller Toyota und Honda, die 2025 in München nicht vertreten waren.